Marketing-Club Niederbayern e.V. Marketing-Club Niederbayern e.V.

Newsbericht 2013/10

„Das Ende der konservativen Geldanlage ist erreicht“.
So urteilt der promovierte Volkswirt, Dr. Josef Kaesmaier, ehemaliger Chefvolkswirt der Merck-Finck Privatbank in München bei seinem Vortrag auf Einladung des MC-Niederbayern im Lindner Hotel Kaiserhof in Landhsut.
Wer heute nach einer sicheren Anlageform sucht, um später für die Altersversorgung, die Eigentumswohnung oder ein Auto ein solides Polster zu haben, der hat es schwer. Jahrzehntelang war man es gewöhnt, dass es sich stets lohnt etwas zurückzulegen. Selbst in Phasen mit einer deutlich höheren Inflation als heute lag die Rendite bei Deutschen Staatsanleihen immer über dem Preisanstieg. Inzwischen sind wir vom „risikolosen Zins“ zum „zinslosen Risiko“ in Form der Euro-Krise übergegangen. Wenn heute junge Leute für’s Alter vorsorgen wollen, dann müssen sie Risiken eingehen, denn die heile Welt der sicheren Geldvermehrung gibt es zumindest im Augenblick nicht mehr. Und das Risiko ist hoch, denn z.B. Unternehmensanleihen grundsätzlich besser verzinst als deutsche Staatsanleihen, als Ausgleich für das mögliche Insolvenzrisiko der Firma. Wer gute Nerven hat, kann eine über 10 Jahre laufende spanische Staatsanleihe erwerben, die deutlich mehr Rendite bringt, bei hohem Risiko. Bleibt als weitere noch die Börse, was nicht jedermanns Sache ist.
Die Wurzeln des Problems , das jetzt mit der Null-Zins-Politik bekämpft wird, sitzt tief. Einen Kernpunkt sieht Dr. Kaesmaier in der unheiligen Allianz von Politik und Banken. Di Politiker bestimmen die Regeln, dass die Geldinstitute bei Krediten an Staaten kein Eigenkapital als Absicherung unterlegen müssen. Also kauften die Banken munter Staatsanleihen, auch griechische. So ermöglichten sie politische Wohltaten auf Pump. Wie sich jetzt herausstellt, werden diese Kredite eben doch nicht unbedingt zurückgezahlt.
Als Lösung sieht der Referent den Schuldenabbau bei den Staaten. Das beginnt mit dem Verringern der Ausgaben. Da tun sich Politiker schwer. Zweitens müssen die Einnahmen erhöht werden. Das ist für die Politik auf Grund der Steuerhoheit leicht. Und drittens muss die Wirtschaft wachsen. Das zusammen ist der Königsweg.